EIN HAUS AUS STEIN: SO VERBLüFFEND IST DER GRUNDRISS DER CASA ENSO IN MEXIKO

Architektur

Dieses Natursteinhaus in Mexiko ist raffiniert geplant und fügt sich nahtlos in seine Umgebung ein.

In ihrer sandigen Umgebung fallen die Steinmauern der „Casa Enso“ kaum auf. Nur wenn die Sonne tief steht, heben sich die breiten Schatten vom trockenen Boden ab. Der Berg, der sich dahinter erhebt, war das Erste, das dem Architekten Rogelio Vallejo Bores ins Auge stach, als er den Ort gemeinsam mit seinem Team besuchte. Ein älteres Paar, sie mit mexikanischen, er mit türkischen Wurzeln, beauftragte die Architekt:innen von HW Studio noch während der Pandemie, ihnen fernab der Zivilisation einen Rückzugsort zu schaffen.

Der Bundesstaat Guanajuato liegt im Zentrum Mexikos, sowohl die Pazifik- als auch die Golfküste sind Hunderte Kilometer weit entfernt. In der Region um die gleichnamige Hauptstadt, die sich auf über 2000 Metern befindet, kommt ein besonderer Naturstein vor, auf dem eine lange Bautradition beruht. Das Haus unterhalb des Berges sollte an diese Tradition anknüpfen und „einen respektvollen Dialog zwischen dem Neuen und seiner Umgebung fördern“, sagt Vallejo Bores. Die Materialentscheidung fußt allerdings nicht nur auf Traditionsbewusstsein, sondern auch auf der Tatsache, dass der Stein in der Umgebung abgebaut wird, verfügbar ist und die lokalen Gewerke ihn zu verarbeiten wissen.

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Natursteinhaus in Mexiko mit geometrischem Grundriss

Zwei als Kreuz angeordnete Steinwände unterteilen das ein Hektar große Grundstück in vier Bereiche, denen die Architekt:innen jeweils eine Funktion zuteilten. Der erste Quadrant dient als Vorgarten, eine Art Eingangsbereich mit Garten. Der zweite Quadrant bietet Platz für Autos, die unter den knochigen Akazien Schatten finden. Im dritten Quadranten errichteten die Architekt:innen das eigentliche Haus, das auf einer Etage Wohn- und Schlafzimmer, Ankleide, Küche und Bad vereint. Sowohl im Wohn- als auch im Schlafbereich öffnet sich der steinerne Kubus zu einer großzügigen Glasfront. Im vierten Quadranten befindet sich das Arbeitszimmer der Auftraggeberin. Der separate Bau ist das einzige Element, das über das Ensemble hinausragt und sei, so erklärt Vallejo Bores, von den steinernen Hochöfen der ehemaligen Mine Santa Brígida inspiriert, die sich im nahe gelegenen Ort Mineral de Pozos befinden.

Die geometrische Struktur des Ensembles führt auf natürliche Weise dazu, dass sich die Bewohnenden immerzu zwischen den verschiedenen Bereichen bewegen. Dabei findet ein ständiger Wechsel zwischen innen und außen statt, die geradlinige Wegführung erinnert an den Kreuzgang eines Klosters und die meditative Wirkung des Gehens. „Wir wollten einen Ort schaffen, der die Landschaft einrahmt und gleichzeitig ein natürlicher Teil von ihr ist“, sagt Vallejo Bores.

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