TERRASSE MIT BLICK AUF KULTSTADION: DAS SPEKTAKULäRSTE HOTEL DEUTSCHLANDS IST EIN EHEMALIGER NAZI-BUNKER

Investitionen von 60 Millionen Franken, 134 neue Zimmer und eine Dachterrasse für 900 Gäste: Das neue Hotel Bunker in Hamburg ist ein Bau der Extraklasse –auf der 38 Meter hohen, historischen Basis eines Betonklotzes aus dem Zweiten Weltkrieg. Blick kennt die Details.

Hamburg hat ein neues Wahrzeichen: das Reverb Hotel Bunker. Am Wochenende konnten im Vier-Sterne-Hotel, das von der Hard-Rock-Kette betrieben wird, erstmals zahlende Gäste nächtigen. Das Haus mit seinen 134 Zimmern liegt im angesagten Quartier St. Pauli, direkt neben dem Stadion Millerntor des gleichnamigen Fussballclubs.

Der mächtige Betonklotz ist ein sogenannter Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Der zwischen 1942 und 1944 von Zwangsarbeitern errichtete Bau wurde in den vergangenen fünf Jahren für 60 Millionen Franken um- und ausgebaut. Die Zimmer befinden sich in fünf neu errichteten Etagen auf dem Bunker. Alle haben Sicht auf die Skyline Hamburgs oder – ein gutes Argument für alle Fussball-Verrückten – aufs nahe Stadion. Die Fassade soll dereinst fast komplett begrünt sein.

Dachterrasse mit 900 Plätzen

Das Doppelzimmer kostet um die 200 Franken pro Nacht – Frühstück inklusive. Eine 50 Quadratmeter grosse Suite gibts ab 250 Franken. Herzstück des neu errichteten Hotelkomplexes ist eine Dachterrasse der Extraklasse. Sie bietet bis zu 900 Besucherinnen und Besuchern Platz. 4700 Pflanzen machen sie zu einem urbanen Dschungel hoch über der Hansestadt. Die Terrasse mit einem Café ist über den sogenannten Berg-Pfad frei zugänglich und daher nicht nur für Gäste des Bunker-Hotels reserviert.

«Ein dunkles Kapitel der deutschen Geschichte wird zu einem freundlichen, hellen, lebendigen Ort», freut sich Bauherr und Investor Thomas Matzen (75) bei der Eröffnung des ursprünglich 38 Meter hohen Bunkers, der mit Flugabwehrkanonen bestückt war. Matzen besitzt für 99 Jahre das Nutzungsrecht für den Bunker.

Schutz für 25'000 Menschen

Der militärische Bau war Teil eines Netzes, das aus sieben weiteren, ähnlichen Anlagen in ganz Deutschland bestand. Die Bunker sollten den Überflug oder Angriff gegnerischer Bomberverbände erschweren. Und dienten auch als Schutzraum. 25'000 Hamburgerinnen und Hamburger fanden Platz, geschützt von meterdicken Betonwänden.

Der Gegensatz könnte grösser nicht sein: Heute trinken Gäste in der Bar Karo & Paul auf drei Etagen einen Drink und geniessen dabei Livemusik. Oder sie speisen im Restaurant mit Show-Küche von TV-Koch Frank Rosin (57). Bauherr Matzen liegt es aber am Herzen, dass der historische Kontext erhalten wird, wie er bekräftigt.

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